
Gruppendynamik ist eine sehr spannende Erfahrung und jede Führungskraft sollte sich diese Erfahrung zumindest einmal im Leben gönnen – Gerhard Krejci kann ich dafür sehr empfehlen!
Spannend, weil Menschen, die sich nicht kennen, für einige Tage eine Gruppe bilden. Punkt. Sonst steht nicht viel auf der Tagesordnung. Und dann geht´s los:
Es beginn mit einer Entscheidung.
Eine Person in der Gruppe startet die Aktion.
Schnell und bestimmt.
Ohne Rückfrage, ob von allen gewünscht.
Und ohne Mandat von der Gruppe.
Die Verzweiflung ist groß, der gute Wille auch.
Die ersten machen mit, dann rührt sich Widerstand.
Vielleicht entsteht eine erste Spannung innerhalb der Gruppe.
“Es war doch nur gut gemeint”, antwortet diese Person auf den sich erhebenden Widerstand.
Verwirrung, Frustration, De-Eskalationsversuche – die gute Stimmung ist im Keller.
In Gruppen ohne klare Führung – wie auch in Projektteams, Arbeitsgruppen, Vereinen oder im Freundeskreis – passiert genau das regelmäßig:
Eine:r übernimmt.
Weil’s schneller geht.
Weil’s sonst niemand macht.
Weil’s… gut gemeint ist.
Was dabei übersehen wird:
- Entscheidungen brauchen Beteiligung.
- Initiative ist nicht gleich Führung.
- Laut und aktiv sein ist nicht automatisch legitim.
Während von den ersten Followern die Initiative gefeiert wird, kippt im Hintergrund die Stimmung:
Die Leisen werden noch leiser.
Die Mitdenkenden machen dicht.
Und die, die Stopp oder einfach Nein sagen, müssen sich plötzlich rechtfertigen.
Die Gruppe erhöht interessanterweise den Druck auf jene, die sich nicht von den Lauten überfahren lassen wollen:
„Warum stellst du dich jetzt dagegen?“
„Es war doch nur nett gemeint.“
„Mach’s doch besser, wenn du’s anders willst!“
Wer sich mit seinen Einwänden gegen die Gruppe stellt, steht schnell im Out.
Nicht die anmassende Einzelentscheidung für die Gruppe wird hinterfragt – sondern die Kritik daran.
Als Führungskraft weißt du, dass für gute und tragfähige Entscheidungen alle mit ins Boot müssen! Nur den lauten Stimmen zu folgen, entzieht der Gruppe ihre wichtigsten Ressourcen: Vertrauen und Perspektiven.
Fazit:
🪢 Kommunikation ist der Schlüssel.
🪢 Warten ist der Game-Changer – auch bei Zeitdruck.
🪢 Raum für alle Stimmen bringt Perspektiven und Alternativen
🪢 Zuhören ohne reflexartig zu antworten.
🪢 Bewusstsein dafür, dass gut gemeint oft nur der Deckmantel für unreflektierte Alleingänge ist.
Meine persönliche gruppendynamische Erfahrung liegt schon viele Jahre zurück und das, was ich über mich selbst und über die Dynamik in Teams gelernt habe, schärft meine Sensibilität und Analyse jeden Tag: co-create the magic of COLLABORATION in your team 🪄
Ich habe mich mal gefragt, ob sich die eigene Rolle in Gruppen mit der Zeit verändert? Ob ich mal in eine ganz andere Rolle schlüpfen kann?
Meine Erfahrung sagt nein.


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